Die Unterschiede zwischen Zirkonia, Fianit, Swarovski-Kristallen und Zirkon
Was ist der Unterschied zwischen Zirkonium und Fianit? Dies ist eine der häufigsten Fragen beim Schmuckkauf. Selbst erfahrene Verkäufer können manchmal nicht genau erklären, was einen kubischen Zirkonia von reinem Zirkonium unterscheidet oder warum ein Swarovski-Kristall und ein Swarovski-Zirkonia kaum etwas gemeinsam haben. Schmuck Sch bringt Ordnung ins Juwelier-Regal und hilft Ihnen, das Beste aus unserem Katalog auszuwählen!
Fianit, Zirkonia und Zirkoniumdioxid
Im Jahr 1968 erfanden Physiker ein Analogon zum Diamanten – einen künstlichen Stein mit hoher Härte, Dichte, Hitzebeständigkeit und der Fähigkeit, Licht brillant zu brechen. Dies war die Geburtsstunde des Fianits. Seinen Namen erhielt der Stein zu Ehren des Ortes seiner Erfindung: dem FIAN (Physikalisches Institut der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, benannt nach P.N. Lebedew).
Um alle Zweifel auszuräumen: Fianit ist kein Edelstein. Es handelt sich um ein im Labor gezüchtetes Kristall aus Zirkoniumdioxid.
Die Technologie zur industriellen Herstellung wurde ab 1976 perfektioniert. Bis 1990 erreichte das weltweite Produktionsvolumen bereits 50.000.000 Karat. Der große Vorteil: Dem Stein können verschiedenste Nuancen verliehen werden.
• Kupfer färbt den Stein gelb.
• Titan erzeugt ein Goldbraun.
• Chrom sorgt für ein sattes Grün.
Dank der Vielfalt an Farben und Formen sowie des günstigen Preises wurde der Fianit zum Star im preiswerten Schmucksegment. Unterschätzen Sie ihn nicht: Bei hochwertigem Schliff und Reinheit kann er optisch absolut verblüffen!
Zirkonium – Das Element (Zr)
Noch einer? Ja! Aber diesmal handelt es sich um ein silbrig-glänzendes Metall (Element Nr. 40 im Periodensystem). Aufgrund seines hohen Schmelzpunkts von 1850 °C und seiner Korrosionsbeständigkeit wird es in der Kernenergie, für Feuerwerkskörper und in der Zahnmedizin für Keramikprothesen verwendet.
Was hat das mit Schmuck zu tun? Ganz einfach: Zirkoniumoxid existiert in drei Formen, eine davon ist kristallin. Die hohen Lichtbrechungseigenschaften gaben den Anstoß zur Erschaffung der Fianite (siehe oben). Um einen kubischen Zirkonia (Zirkonia-Kristall) herzustellen, wird Zirkoniumoxid-Pulver stark erhitzt und mit Elementen wie Vanadium oder Chrom versetzt.
Merke: Zirkonium ist das Metall, Zirkonia (oder Fianit) ist der daraus gewonnene synthetische Stein.
Natürlicher Zirkon
Zirkon ist ein echter, natürlicher Edelstein. Dank seiner Transparenz, seinem regenbogenartigen Glanz und der einzigartigen Lichtbrechung ähnelt er dem Diamanten sehr. Im Orient wird er oft als „kleiner Bruder des Diamanten“ bezeichnet.
Der größte Unterschied zum Diamanten ist die Dichte und Härte: Zirkon ist sehr zerbrechlich und empfindlich. Er kommt in verschiedenen Farben vor: Blau, Hellblau, Grün, Honiggelb, Braun und Rotbraun.
Zirkon ist vulkanischen Ursprungs und wird aus magmatischem Gestein gewonnen. Die Fundorte liegen in Vietnam, Norwegen, Thailand, Sri Lanka, Australien, Brasilien und Madagaskar. Besonders begehrt sind:
• Jargone: Leuchtend gelbe Steine.
• Hyazinthe: Seltene rote Varietäten.
Ein faszinierendes Phänomen sind lichtempfindliche Zirkone: Manche Steine können im Licht ihre Farbe verlieren und sie in der Dunkelheit wieder zurückerlangen.
Swarovski-Kristalle vs. Swarovski-Zirkonia
Swarovski ist eine Weltmarke, deren Name oft fälschlicherweise sogar für minderwertiges Glas verwendet wird. Hier sind die Fakten:
Fakt Nr. 1: Swarovski-Kristalle und Swarovski-Zirkonia sind völlig unterschiedliche Steine vom selben Hersteller.
• Swarovski-Kristalle: Bestehen aus hochwertig veredeltem Kristallglas. Die Rezeptur (Quarzsand, Kali, Mennige) ist ein streng gehütetes Familiengeheimnis.
• Swarovski-Zirkonia: Dies sind Fianite, die nach der im 20. Jahrhundert erworbenen Technologie hergestellt werden. Swarovski veredelt sie jedoch mit einem Schliff in Diamant-Qualität. Deshalb sind Swarovski-Zirkonia teurer als „einfache“ Fianite – schlichtweg, weil sie brillanter funkeln.
Fakt Nr. 2: Seit 2021 hat Swarovski den Massenverkauf seiner losen Steine an andere Schmuckhersteller eingestellt. Alles, was derzeit noch auf dem Markt ist, stammt aus älteren Produktionen oder exklusiven Partnerschaften.
Zusammenfassung auf einen Blick:
• Kubischer Zirkonia & Fianit: Bezeichnungen für denselben synthetischen Stein.
• Zirkon: Ein seltener, natürlicher Mineral-Edelstein.
• Zirkonium: Ein silbriges Metall (Ausgangsstoff für die Steinherstellung).
• Swarovski-Kristalle: Hochwertiges, künstlich veredeltes Kristallglas.
• Swarovski-Zirkonia: Synthetische Steine mit dem markentypischen High-End-Schliff.